Andacht Heiligabend / Weihnachten 2021 von Diakonin/Prädikantin Sabine Klatt

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Endlich ist es soweit. Es ist Weihnachten. Die Adventszeit ist vorbei. Das Warten hat ein Ende. Wir haben uns auf den Weg durch die Adventszeit gemacht und sind nun am Ziel. Heute kommen wir zur Krippe, um den zu begrüßen, der heute und immer unser Mittelpunkt ist: Jesus!

Wir dürfen froh sein, dass dieser Jesus Gottes Frieden für die Menschen, Gottes Liebe für uns und Gottes Licht für die Welt ist.

Lied: Es wird nicht immer dunkel sein (EGPlus 4)

Gebet

Weihnachten ist das Fest des Lichtes, das die Dunkelheit überwindet, die frohe Botschaft vermag unser Leben hell zu machen. Deshalb rufen wir zu Jesus, dessen Geburt wir heute feiern: Jesus, du zeigst uns das Licht und die Liebe Gottes, in dir kommt uns Gott entgegen. Vertreibe alle Angst und Gewalt, alle Not und alles Leid aus unserer Welt. Schenke uns deinen Frieden und durch uns den Menschen in allen Völkern. Lass uns, erfüllt mit deinem Licht, zum Licht für die anderen werden. Mach unser Leben hell und zeige uns, wie wir, dir folgend, zum Licht der Welt werden können. So bitten wir dich, Christus, unseren Herrn. Amen.

Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel  die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und  Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Lied:    Ein Licht geht uns auf in der Dunkelheit (EG 557,1-3)

Liebe Weihnachtsgemeinde,

„Fürchtet Euch nicht!“ – das ist vielleicht die wichtigste Botschaft an diesem Weihnachtsfest 2021. Damals wurde sie den Hirten zugesprochen, die sich fürchteten. In diesem Jahr trifft sie auf unsere verunsicherten Herzen, genauso wie bereits im Jahr 2020. Wir machen uns Sorgen. Sorgen, wie das alles weitergehen wird. Ob diese Zahlen endlich nach unten gehen, auf die wir immer noch jeden Tag schauen, der Inzidenzwert und die Zahl der noch verfügbaren Betten auf den Intensivstationen. Ja, und auch die Zahl der Toten, hinter denen lauter persönliche Geschichten stehen. Und vielleicht ist es auch mehr als Sorge. Vielleicht ist es wirklich Angst. Angst, dass wir das Virus nicht mehr kontrollieren können, sondern es uns kontrolliert und unser Leben. Und nun ist Weihnachten da, mitten in der Müdigkeit, mitten in den Fragen, mitten in den Ängsten, mitten in der Einsamkeit, mitten in der Leere, mitten in der Unsicherheit, mittendrin ist Weihnachten geworden. Mittendrin wird Gott Mensch und geht ganz hinein in das, was unser Leben ausmacht.  Mittendrin kommt das Licht von Bethlehem in unsere Herzen, in unsere Seelen, in unsere Zimmer. Mitten in all unserem Chaos sprechen die Engel: Fürchtet Euch nicht! Fürchtet Euch nicht, auch wenn Ihr nicht wisst, was noch kommt. Welch ein Trost, liebe Gemeinde! Es muss nicht erst alles gut werden oder gut sein, bevor Gott zu uns auf die Erde kommt. Wir müssen nicht erst alles ordnen und organisieren, damit er uns begegnet. Nein, Gott kommt mitten in unser Gefühlschaos, mitten in unsere Angst, mitten in unsere Sorgen und schenkt sich uns ganz, mit seiner Liebe, mit seinem tröstlichen Blick, mit seinem Licht – dem Licht von Bethlehem. Das Licht hilft. Das Licht tröstet. Das Licht zeigt mir einen Weg. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich mich in meiner Kindheit im Dunklen gefürchtet habe. Und wie das Licht geholfen hat. Wie die Angst weggegangen ist. So wie das Licht den Kindern in der Angst hilft, so hilft uns jetzt das Licht von Bethlehem in unserer Furcht und Sorge. Der Engel sagt: Fürchtet euch nicht. Denn: Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Ja, und so breitet sich heute nicht nur ein kleines Licht aus, wie damals in meiner Kindheit, sondern ein großes Licht, eine große Freude, die allen widerfahren wird. Die alle erleben sollen. Das Weihnachtslicht breitet sich aus. Hier in der Kirche und vielleicht auch bei Ihnen zu Hause, so dass Ihr Wohnzimmer heute auch zur Kirche wird. Und Sie vielleicht später mal sagen: Dieses Weihnachten im verrückten Pandemiejahr 2021 war das Weihnachten, an dem mein Wohnzimmer zur Kirche geworden ist. Weil ich ein Licht angezündet habe. Weil mein Licht verbunden war mit dem Licht von Bethlehem. Wir können das Licht, diese Liebe, weitertragen. Indem wir aufeinander achten. Indem wir Einsame anrufen oder ihnen handgeschriebene Briefe schicken. Indem wir physische Kontakte reduzieren. Indem wir Lichter anzünden, die uns und andere trösten. Wir werden mit Gottes Hilfe durch diese schwere Zeit durchkommen. Von ihm werden wir die Kraft für den weiteren Weg bekommen. Als Zeichen dafür zünden Sie doch auch ein Licht an. Wir werden die vielen Lichter sehen, die Menschen um uns herum mit ihren Zeichen der Liebe anzünden. Wir werden einander neu entdecken, weil das Licht des Christuskindes sichtbar macht, was wir sind: geliebt, einzigartig, kostbar. Amen

Lied: Tragt in die Welt nun ein Licht (EG 588,1-4)

Fürbittengebet / Vaterunser

Jesus Christus, du kleines Kind, du helles Licht. Du bist für uns geboren, du vertreibst die Dunkelheit. Wir bitten dich für alle, die heute allein sind,
für alle, die trauern, die krank sind und weinen, für alle, die heute Nacht Hilfe brauchen. Du kleines Kind, du helles Licht. Sei uns willkommen
und erbarme dich.

Jesus Christus, du kleines Kind, du Friedensfürst. Du bist für uns geboren,
dein Frieden verwandelt die Welt. Wir bitten dich für alle, um die herum Krieg herrscht, für die Kinder, deren Seelen und Körper verwundet sind,
für die Brückenbauer und Friedensbringer. Du kleines Kind, du Friedensfürst. Sei uns willkommen und erbarme dich.

Jesus Christus, du kleines Kind, du Weisheit und Rat. Du bist für uns geboren, deine Liebe macht uns besser. Wir bitten dich für alle, die über andere bestimmen, für alle, die Macht haben, für die Regierenden der Völker. Du kleines Kind, du Wunder-Rat. Sei uns willkommen und erbarme dich.

Jesus Christus, du kleines Kind, du große Freude. Du bist für uns geboren,
du machst uns froh. Wir bitten dich für alle, die zu uns gehören und die uns lieb sind, für alle, die wir vermissen, für alle, die uns die Freude nehmen und es uns schwer machen. Du kleines Kind, du unser Glück. Sei uns willkommen
und erbarme dich.

Wie freuen wir uns über deine Geburt und danken dir. Mit allen, die sich in der Welt zu dir bekennen, beten wir dich an. Jesus Christus, du kleines Kind, Gottes Gegenwart in unserer Mitte. Dir sei Lob und Dank, an diesem Fest und an allen Tagen.

Vater unser im Himmel,…

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich; er lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; er erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen + + +

 

Ich wünsche Ihnen von Herzen ein gesegnetes, besinnliches und frohes Weihnachtsfest.

Bleiben Sie behütet und gesund!

Ihre Diakonin/Prädikantin Sabine Klatt

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