Das Wort zum Sonntag Kantate

19 Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen

20 und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.

                                                                          Epheser 5,19-20

Liebe Leserin, lieber Leser,

der vierte Sonntag nach Ostern hat den Namen „Kantate“ – „Singet“. Dazu passt der biblische Wochenspruch:

„Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder!“ (Psalm 98,1)

Und in normalen Jahren feiern wir an diesem Sonntag die Gottesdienste mit vielen frohen Liedern und Orgelmusik, die Kirchenchöre begleiten den Gottesdienst und die Posaunen machen den Gottesdienst besonders festlich.

Das alles ist in diesem Jahr nicht möglich. Und selbst wenn wir demnächst wieder Gottesdienste feiern werden, dann nur nach Desinfektion, mit Abstand und Mundschutz. Ohne Gesang.

Die Viruspandemie schränkt uns nicht nur im Alltag, sondern auch im Feiern in der Gemeinde ein.

In dieser Situation sprechen mich auf einmal Bibelverse an, die ich sonst fast überlesen hätte.

„Singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen“ habe ich zwar als richtig, aber nicht als wichtig gelesen, ja überlesen.

Das spielt ja eigentlich keine Rolle, wenn man laut und fröhlich singen kann.

Aber jetzt, wo uns die Stille im Gottesdienst und auch bei Andachten verordnet ist, machen diese Worte einen anderen, neuen Sinn.

Wir können, ja wir sollen in dieser Zeit den klagenden, aber auch dankenden und lobenden Kontakt zu Gott nicht verlieren.

Zu Hause können wir ja in der Stille mit Gott reden.

Zu Hause können wir auch bei einem Gottesdienst im Fernsehen oder im Internet Lieder hören und mitsingen.

Mir geht es dann so, dass ich Lieder, die ich kenne und die mich ansprechen dann auch im Kopf und im Herzen nachsumme und sie mich durch den Tag begleiten.

Es ist schon so, dass Lieder wie „Befiehl du deine Wege“ oder moderner „Ich möcht‘ dass einer mit mir geht“ und viele andere Lieder gerade in dieser Zeit neue Kraft und neuen Mut geben können.

Und letztlich dürfen wir trotz der Bedrohung durch die Krankheit auch dankbar dafür sein, dass sich die Pandemie in unserem Land und in unserer Region nicht so verbreitet hat wie in anderen Ländern.

Ein letzter Gedanke. In dieser besonderen Situation fällt mir auf einmal wieder auf, dass vor dem 23. Psalm steht: „Ein Lied Davids“. Ein Lied, welches uns in dieser Zeit neue Kraft geben kann: „Der Herr ist mein Hirte“.

Bleiben Sie von ihm behütet!           

Ihr Pfarrer Jobst Duwe

Evangelisches Gesangbuch Nr. 325

  1. Sollt ich meinem Gott nicht singen? Sollt ich ihm nicht dankbar sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut er’s mit mir mein’. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit. Gottes Lieb in Ewigkeit.

7.   Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, dass ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus s mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.

Wir beten:

Neue und alte Lieder wollen wir dir singen, o Gott,
denn unser Glaube lebt in diesen Liedern,
die wir dir singen, als deine Gemeinde.

Doch noch müssen wir leben in liedloser Zeit,
verschlossen die Münder, stumm die Instrumente,
hier bei uns und an vielen Orten dieser Erde.

Aber unser Gebet können wir dir sagen,
gemeinsam vor dich treten, das vor dich bringen,
was uns bewegt, was dein Geist uns eingibt.

So bitten wir für all die Menschen, die krank sind
oder im Sterben liegen. Und für die Menschen,
die anderen dienen in Therapie und Pflege.

So bitten wir für all die Menschen, die sich sorgen
um die Seelen der Einsamen, die Verbindungen suchen
und Nähe schaffen, wo Trennung herrscht.

So bitten wir für all die Menschen, die in Sorge sind
um ihren Lebensunterhalt. Und für die Menschen,
die Verantwortung übernehmen für das wirtschaftliche Leben.

Wir sehnen uns zurück nach einem Leben mit frohen Liedern,
offenen Gesichtern und herzlichen Begegnungen,
so bitten wir dich: Komm uns entgegen, du unser Gott!

Wir beten mit den Worten, die Jesus uns gegeben hat:

Vater unser im Himmel…. Amen ��f

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